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22.07.2019 - Nachhaltigkeit Sinnvoll Beitrag Juni 2019: Biokraftstoff

Heute stellen wir euch Biokraftstoff vor. Dabei geht nicht um das Produkt (obwohl die frischen Bio Take-Away Gerichte super lecker sind), sondern um die Menschen, die dahinter stehen. Biokraftstoff ist ein wunderbares Beispiel, wie Werte und Überzeugungen, ein Produkt nachhaltig und positiv beeinflussen können. Wir trafen Jonas Reinhard, Geschäftsführer der Hosberg AG, an einem sonnigen Junitag in Zürich. Wir wollten wissen, wie es zu Biokraftstoff kam und was für Erfahrungen er für sich daraus ziehen kann.

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„Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Zusammen mit 5 Geschwistern. Meinem Vater lag immer das Tierwohl am Herzen. Das war auch der Grund, weshalb wir unseren Hof auf Bio umstellten. Es war bei uns klar, dass immer alle mitanpacken mussten. Ich denke, das hat uns alle geprägt – zum Positiven. Nach der Matura habe ich sogleich angefangen im elterlichen Betrieb zu arbeiten. Ich hatte so einige Auseinandersetzungen mit meinem Vater, doch das war wichtig. Denn ohne diese Reibungen, wäre es nicht möglich gewesen, auf Augenhöhe mit ihm zusammen zu arbeiten. Ich habe von ihm aber auch sehr viel gelernt. Er war ein aufmerksamer Zuhörer. Sah Marktlücken und hatte den Mut diese zu füllen. So wuchs nicht nur unser Hof, sondern es entstand auch die Hosberg AG. Die Hosberg AG ist das führende Bio Eierhaus in der Schweiz. Wir haben nicht viele Kunden. Dafür führen wir intensive Beziehungen mit diesen Kunden. Das macht uns Spass und lässt uns wachsen. Auch hier hören wir immer genau hin. Egal ob bei Kunden, Lieferanten oder Produzenten. Das Zuhören zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Tätigkeit hindurch. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Ei-Produktion. Wir produzieren zum Beispiel auch Getränke. Einfach, weil wir die Infrastruktur dazu haben und weil einer unseren Kunden auf der Suche nach einem Produzenten war. Wenn es zu uns passt, es mit unseren Werten übereinstimmt und uns begeistert, setzen wir es um. Wir lassen uns nicht beschränken auf ein Produkt oder eine Produktegruppe. Wir können alles herstellen. Biokraftstoff ist genauso entstanden. Mit Convenience Food hatten wir bis anhin keine Erfahrung. Heute sind in der Produktion von Biokraftstoff 16 Mitarbeiter angestellt. Wir wussten nicht, ob sich die Investitionen lohnen würden. Alles war neu. Wir konnten auf keinen Erfahrungsrucksack zurückgreifen. Geholfen hat uns das Vertrauen in unsere Partner. Und das Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten. Wir hatten so einige Startschwierigkeiten. Ich kann mich noch gut an den Markteintritt von Biokraftstoff erinnern. In erster Linie denkt man an die Infrastruktur und die Einrichtung. Doch das Team ist viel wichtiger. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt unsere ganze Kraft darauf eingesetzt die Produkte termingerecht abliefern zu können. Doch kaum waren die Gerichte auf dem Markt, kamen auch schon die ersten Rezepturanpassungen. Da wurde mir bewusst, dass ich mit den Kräften meines Teams falsch kalkuliert hatte. Wir hatten den ganzen Elan und die Energie für den einen Termin eingesetzt. Und nun wussten wir nicht, wie wir die neuen Anforderungen bewerkstelligen sollten. Heute sehe ich das als eine meiner Haupttätigkeiten als Geschäftsführer an. Wir haben in unserem Unternehmen die Kultur Neues anzugehen. Neue Wege zu gehen. Die Herausforderung ist es immer nur soviel anzureissen, wie die Mitarbeiter auch verarbeiten können und darauf zu achten, dass wir dem Team nicht zu viel zumuten. Denn sie sind alle mit Herzblut dabei, wollen etwas bewegen. Die Erholung ist deshalb genauso wichtig wie die Aktivität. Meiner Meinung nach hat jeder Mitarbeiter seinen Wert. Das ist wie bei einer Familie. Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat seine Stärken, seine Einzigartigkeit. So sehe ich auch mein Team an. Menschen brauchen Zeit. Wir können nicht von heute auf morgen alles umsetzen. Und diese Zeit fordert auch eine gewisse Geduld. Wenn wir Mitarbeitern Zeit geben, geduldig sind und vor allem Vertrauen schenken – kann alles erreichet werden. Ich sehe mich und mein Team als eine Gemeinschaft an. Da ist Vertrauen wichtig. Die Welt geht nicht unter, wenn einmal ein Produkt nicht termingereicht ausgeliefert wird. Am Anfang war das jedoch für mich die grösste Herausforderung. Geduldig zu sein. Situationen so anzunehmen, wie sie sind. Ich musste die Erfahrung machen, dass auch ich nicht immer alles weiss. Doch das ist in Ordnung. Und deshalb sind für mich Beziehungen das Wichtigste. Beziehungen zu Menschen. Es kommt nicht darauf an, ob ich Eier oder einen Salat produziere. Was mir Freude bereitet ist jeden Morgen zur Arbeit gehen zu können und den Menschen zu begegnen. Das ist nährend. Das ist, was bleibt.“

Mein ganz persönlicher Sinnvoll-Tipp: „Erfolgreiche Beziehungen basieren auf Vertrauen. Habt Vertrauen. In euch, eure Fähigkeiten und euren Mitmenschen.“