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09.05.2016 - Produktneuheiten Alnatura Persönlich

Interview mit Philip Hochuli

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Herr Hochuli, wie haben Sie zur veganen Küche gefunden?
Dies ist eigentlich aus meiner generellen Leidenschaft zum Kochen verbunden mit meinem veganen Lebensstil geschehen. Bereits während des Gymnasiums in Winterthur hatte ich nach dem Unterricht nichts anderes im Kopf, als einkaufen zu gehen und dann den Rest des Abends zu Hause neue Rezepte zu probieren und meiner Begeisterung fürs Kochen freien Lauf zu lassen. Im Laufe der Jahre habe ich meine Fähigkeiten immer weiter ausgebaut und letztendlich das Kochen zur Profession gemacht.

Sie kochen also nicht nur vegan, sondern leben auch so?
Das ist korrekt. Ich teile viele der Beweggründe, mit welchen Veganer typischerweise ihre Lebenseinstellung motivieren, insbesondere der Tierschutzgedanke liegt mir sehr nahe.

Was fasziniert Sie an der veganen Küche?
Ich finde es beeindruckend, wie sich mit rein pflanzlichen Zutaten auf einfachste Art und Weise sehr schmackhafte Gerichte kreieren lassen. Selbst „eingefleischte Fleischfans“ sind immer wieder von der Vielfalt der veganen Küche beeindruckt. Meiner Erfahrung nach wird die vegane Küche immer noch massiv unterschätzt, was den Genuss angeht. In den vergangenen Jahren hat sich diese Küche enorm weiterentwickelt und bietet unendlich viel Raum für Kreativität und neue, bereichernde kulinarische Erlebnisse.

Sie treten an Kochshows auf, leiten Kurse an der Migros Klubschule und haben jetzt exklusiv für Alnatura vegane Rezepte kreiert. Immer mehr Menschen scheinen sich für Veganismus zu interessieren. Wie sehen Sie die Zukunft dieses Ernährungsstils? Wird der momentane Trend abflachen oder sich weiterentwickeln?
Vielleicht zu Beginn eine kritische Vorbemerkung. Ich spreche selbst nicht gerne von „Veganismus“. Dieser Terminus hat viel Ähnlichkeit zu anderen Begriffen, die auf „-ismus“ enden und eher negativ assoziiert sind. Ich spreche persönlich immer von der veganen Küche oder dem veganen Lebensstil. Es ist auf jeden Fall korrekt, dass das Interesse und der Zuspruch für die vegane Küche enorm gestiegen ist in den vergangenen 4 bis 5 Jahren. Heute spricht fast jeder davon, und was noch wichtiger ist: Die Assoziationen, die mit dem Begriff „vegan“ einhergehen, sind meiner Erfahrung nach viel positiver als noch vor einigen Jahren.

Persönlich und nach meiner Erfahrung gehe ich davon aus, dass sich dieser Trend auf jeden Fall fortsetzen wird, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so exponentiell wachsend wie bisher. Die Schlüssel zum langfristigen Erfolg eines Ernährungstrends liegen einerseits in seiner kulinarischen Vielfalt und geschmacklich restlos überzeugenden Kreationen, und andererseits in seiner Alltagstauglichkeit. Beides bringt die vegane Küche zweifellos mit sich, Letzteres versuche ich seit Jahren allen Menschen, insbesondere an Kochkursen sowie in meinen Büchern, mit auf den Weg zu geben.

Viele Leute denken, vegan zu kochen sei kompliziert. Dem ist also nicht so?
Vegan zu kochen ist super easy, braucht zu Beginn ein bisschen Lust, sich mit Neuem auseinanderzusetzen, und ist danach häufig sogar einfacher umzusetzen als die konventionelle Küche. Probieren Sie zum Beispiel die Rezepte, welche ich für Alnatura entwickelt habe, zum Beispiel den veganen Tofu-Döner mit Sesamsauce oder die mediterrane Blumenkohlpfanne mit getrockneten Tomaten, Oliven, Basilikum und Oregano. Beide Rezepte sind im Nu zubereitet und überzeugen selbstverständlich auch kulinarisch.

Vermissen Sie etwas bzw. gibt es Knackpunkte bei der Zubereitung veganer Rezepte?
Grundsätzlich sind – zumindest technisch gesehen – der veganen Küche kaum Grenzen gesetzt. Wenn wir jetzt mal von einem Rumpsteak medium-rare absehen. Es ist eher so, dass Köche, so auch ich, hier persönlich Grenzen ziehen. Beispielsweise möchte ich in meiner Küche nicht auf industriell gefertigte Ersatzprodukte zugreifen, mit denen sich dann selbst ein Soufflé oder ein „Spiegelei“ vegan zubereiten lassen. Darin besteht für mich nicht der Sinn der veganen Küche. Für mich geht es vielmehr darum, mit natürlichen Produkten auf einfachste Art und Weise überzeugende Gerichte auf rein pflanzlicher Basis zu kreieren. Selbst dann sind die Möglichkeiten, die die vegane Küche bietet, beinahe noch unbegrenzt. Die Frage, ob ich etwas vermissen würde, erhalte ich sehr oft gestellt, und ich kann ganz ehrlich sagen, dass dies nicht der Fall ist. Ganz zu Beginn habe ich Käse sehr stark vermisst, mittlerweile trifft dies jedoch nicht mehr zu. Die Vielfalt der veganen Küche befriedigt meine kulinarischen Bedürfnisse voll und ganz.

Und zum Schluss, verraten Sie uns noch Ihr Lieblingsrezept?
Das würde ich Ihnen natürlich gerne verraten, wenn ich denn eines hätte. Es ist eher so, dass ich rund 25 Rezepte zu meinen persönlichen Favoriten zählen würde, zwischen denen ich mich nicht auf eines als „mein Lieblingsrezept“ beschränken möchte. Ich kann aber sagen, dass ich als „eingefleischter Chocoholic“ einer veganen Sachertorte, selbstgemachten American Brownies oder einem Mandel-Schoko-Panna Cotta mit warmer Beerensauce* nicht widerstehen kann.

*Diese Rezepte sind alle im Buch „Vegan Chocoholic“ von Philip Hochuli, erschienen im AT Verlag, abgebildet.