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Lenz Weine - Wein aus einem lebendigen Garten

Die Biowein-Pioniere

Auf dem Weingut der Familie Lenz ist Biodiversität keine Floskel, sondern eine Selbstverständlichkeit. Das geht nur mit Leidenschaft – und Teamwork.

Dass die Zukunft biologisch ist, war für Roland Lenz und seine Familie schon immer klar. Schon damals, 1994, als der Winzersohn auf dem Iselisberg bei Frauenfeld zusammen mit seiner Frau Karin ihre ersten Hektaren im Weinbaugebiet kaufte und Begriffe wie Biodiversität und Artenvielfalt im Wortschatz von Herr und Frau Schweizer noch nicht angekommen waren. «Die ersten zehn Jahre waren unglaublich schwierig», geben die beiden zu. Ernteausfälle, Pilzbefall, finanzielle Schwierigkeiten – das Abenteuer Bio-Wein war eine Herausforderung. 

 

 „Hätten Karin und ich uns damals nicht gegenseitig unterstützt, stünden wir heute nicht hier.“ Mehr als 20 Jahre später blühen zwischen den Reben auf dem Iselisberg Hecken, Blumen und Kräuter wie Korn- und Ringelblumen, Mohn, Beinwell und Schafgarbe. Wildbienen summen und Vögel zwitschern. Den Wildtieren scheint es hier zu gefallen. «Bei uns leben sogar wieder Ringelnattern und seltene Singvögel», sagt Roland mit Stolz. 3,5 der 21 Hektaren Weingut sind sogenannte Biodiversitätsflächen – hier bestimmt die Natur. «Wir wollen weg von der Monokultur und hin zu einem vielfältigen Garten.» Die einheimischen Pflanzen, die zwischen den Reben wachsen, würde die Winzerfamilie gern auch für Tee oder zur Heilkräuterverarbeitung brauchen. «Doch dafür fehlen leider noch die Ressourcen», so der passionierte Sportler.  

 

200’000 Flaschen Biowein aus 34 verschiedenen Traubensorten keltern Karin und Roland pro Jahr. Natürlich ist da auch der rote Blauburgunder und der weisse Müller-Thurgau dabei, doch dazu kommen über 20 weitere Sorten. Vielfalt ist ihnen wichtig, so pflanzen sie beispielsweise auch verschiedene Rebsorten in eine Reihe. Mehr als die Hälfte ihrer Sorten sind bereits heute pilzresistent. Eine Herzensangelegenheit für die beiden. Denn Roland reagierte bereits während seiner Lehre allergisch auf gewisse Stoffe und überlegte sich damals: «Wie gut kann das dann wirklich für die Pflanzen sein?»

 

Die Tropfen vom Weingut Lenz sind beliebt. 2018 wurde man zum Bioweingut des Jahres gewählt, dieses Jahr sahnte man auch beim Schweizer Bioweinpreis kräftig ab. Auf diesen Lorbeeren könnte man sich ausruhen. Doch die Familie Lenz wäre nicht die Familie Lenz, wenn sie nicht schon neue Pläne hätte. 

 

Seit 2017 ist das Weingut dank Photovoltaik-Anlage, Erdsonden und ein Stromspeicher energieunabhängig. Nun möchte das Familienunternehmen eine eigene Rebsorte kreieren. Resistent gegen Krankheiten soll sie sein. Und natürlich gut schmecken. Bis es soweit sei, ginge es sicher noch sechs Jahre, sagen die beiden. «Und dann nochmals vier bis wir den Wein haben.» Kein Problem für die Bioweinbauern vom Iselisberg. „Wir müssen innovativ bleiben“, sagt Roland mit funkelnden Augen. Eines ist klar: Sie sind Pioniere geblieben.