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Thema des Monats: Pflanzliche Milchalternativen

Den Geschmack von Milch sollte man nicht unbedingt erwarten, doch in Farbe, Konsistenz und Verwendungsvielfalt sind Drinks aus Soja, Getreide und Nüssen ihrem Vorbild sehr ähnlich.

Dabei sind sie keine Erfindung der Neuzeit. Eine Milchalternative aus Mandeln beispielsweise trank man in Europa bereits im Mittelalter, milchartige Getränke aus Reis und Soja wiederum blicken in Asien auf eine sehr alte Tradition zurück. Damals durften die Getränke auch noch Milch genannt werden, heute reserviert das europäische Lebensmittelrecht diesen Namen für Milch von Säugetieren. Deshalb tragen solche Milchalternativen auch ausschliesslich Bezeichnungen wie Drink oder Getränk.
 
Doch warum haben Sojadrink und Co. eine solche Popularität erlangt? Die Gründe, Milch zu ersetzen, sind vielfältig, denn nicht jeder mag oder verträgt Milch. Echte gesundheitliche Probleme haben Menschen, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) oder Milcheiweissallergie leiden. Auch Veganer sind dankbar für die Ersatzprodukte aus Soja, Hafer oder Mandeln. Nicht zuletzt bringen die Milchalternativen Abwechslung in die Küche, ihr Geschmack überrascht – ob im Müesli, Kaffee, in Desserts oder in pikanten Gerichten.

 

Getreidedrinks

Den Anfang machte vermutlich der Reis, später kamen auch Hafer- und Dinkelkörner als Basis für die Herstellung von Getreidegetränken hinzu. Der grundsätzliche Produktionsprozess ist bei allen ähnlich: Gemahlene Körner werden in Wasser eingeweicht, gekocht, filtriert und mit Enzymen versetzt. Der sich dadurch anschliessende Fermentationsprozess baut einen Teil der getreideeigenen Stärke auf ganz natürliche Weise zu Zucker ab. Angenehmer Nebeneffekt: eine dezente Süsse. Für die Vollmundigkeit und milchig-weisse Farbe wird etwas Öl zugegeben, meist rundet eine Prise Meersalz den Geschmack der Drinks zusätzlich ab. Und wie sieht die Nährstoffbilanz im Vergleich zur Vollmilch aus? Die pflanzlichen Alternativen aus Getreide haben deutlich weniger Eiweiss und Fett, liegen im Kohlenhydratanteil aber höher. Positiv für Menschen, die an Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leiden: Reisdrink ist – im Gegensatz zu den Dinkel- und Hafervarianten – frei vom Klebereiweiss Gluten. 

 

Sojadrinks

Die Sojabohne reiht sich botanisch nicht in die Getreidefamilie ein, sondern ist eine Hülsenfrucht, deren Hauptanbaugebiete in Nord- und Südamerika liegen. Doch auch hierzulande ist die kleine, eiweissreiche Bohne ein sehr wichtiger Rohstoff. In der konventionellen Tierhaltung beispielsweise ist Soja eines der bedeutendsten Futtermittel. Bio-Soja hingegen steckt vor allem in Tofu, Soja-Schnetzeln oder eben dem Sojadrink. Und so wird er hergestellt: Bohnen werden in Wasser eingelegt, zerkleinert und fein vermahlen. Das Ergebnis ist eine weissliche, etwas dickflüssige Masse, deren grobe Bestandteile noch abfiltriert werden. Kurzzeitiges Erhitzen sorgt nicht nur für Haltbarkeit, sondern zerstört auch unverdauliche Stoffe. Das Resultat ist ein Drink mit ganz eigener Geschmacksnote. Im Vergleich zur tierischen Milch liegt sein Eiweissgehalt auf ähnlichem Niveau, der Fettgehalt hingegen ist niedriger. Was Sojadrink kaum liefert, ist Kalzium. Daher finden sich im Handel häufig mit dem Mineralstoff angereicherte Varianten, in Bio-Produkten sind es kalziumhaltige Algen. 

 

Nussdrinks

Der Mandeldrink belegt im Beliebtheitsranking der Nussgetränke ungeschlagen Platz eins. Auch schaut er auf eine lange Geschichte zurück: Überlieferungen lassen seinen Ursprung in Spanien und Portugal vermuten, von wo er sich bis nach Asien ausbreitete. Momentan ist Mandeldrink vor allem in den USA und westeuropäischen Ländern ein Trendprodukt. Warum auch nicht? Der rein pflanzliche Drink hat im Vergleich zur Vollmilch einen niedri¬geren Eiweiss- sowie Fettgehalt und schmeckt obendrein angenehm nussig. Seine Herstellung ist unkompliziert: Geröstete Mandeln werden vermahlen, mit Wasser versetzt, gekocht, filtriert und abgefüllt. Und weil der Mandeldrink so beliebt ist, gibt es neuerdings auch weitere nussige Alternativen: Haselnuss- und Macadamiadrink. 


Die Aufschäumbarkeit der Drinks hängt von der genauen Eiweisszusammensetzung ab und unterliegt so natürlichen Schwankungen. Soja-, Hafer- oder Mandeldrink eignen sich am besten.
 

 

 

Infografik: PDF zum Thema pflanzliche Bio-Milchalternativen

Feine Rezeptvorschläge mit Milchalternativen

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