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Thema des Monats: Keimlinge und Sprossen

Sie sind die klassischen Fensterbankgewächse und können unsere Küche jetzt, wo frisches Grün noch immer rar ist, ungemein bereichern. Das Grundprinzip: Die Samen von Hülsenfrüchten, Saaten oder auch Gemüse beginnen durch Wärme und vor allem Wasserzugabe mit ihrer Keimung. Das heisst, der Samen quillt, bricht auf und das Wachstum zu einer neuen Pflanze beginnt. Dieses Minigewächs mit Wurzel nennt die Botanik Keimling. Sobald der Spross kräftiger wird und sich gar die ersten zarten Blätter zeigen, ist umgangssprachlich von Sprossen oder Grünkraut die Rede.

Gemüse

Im Sommer gibt es Gemüse in Hülle und Fülle, Broccoli und Radieschen beispielsweise haben von Juni bis September Saison. Jetzt im Frühjahr kann man schon einmal ihre frisch gezogenen Sprossen geniessen. Die von Broccoli und Radieschen sind nach drei bis fünf Tagen zu ernten und schmecken mild-würzig beziehungsweise charakteristisch scharf. So bereichert das Minigemüse ausserhalb seiner Saison Salat, Omelette, Dip oder Aufstrich.

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Bohnen, Linsen und Co.

Unter den Hülsenfrüchten gibt es einige, die sich sehr gut zur Anzucht von Keimlingen oder Sprossen eignen: Soja- und Mungobohnen, Kichererbsen oder Linsen beispielsweise. Sie haben vor allem in der asiatischen Küche eine lange Tradition und kommen in zahlreichen Wok-Gerichten vor. Dort sollten sie mitgekocht werden, denn Hülsenfrüchte enthalten den gesundheitlich bedenklichen Stoff Phasin, der erst durch Hitze zerstört wird.

Klassiker

Auch die Gartenkresse ist perfekt für den Einstieg in die Sprossenanzucht. Innerhalb von fünf bis sieben Tagen wächst aus ihren kleinen Samen ein aromatisch-scharfes Grünkraut, welches hervorragend auf Butter- und Quarkbrot schmeckt. Etwas milder, aber nicht minder aromatisch ist das erste Grün der Luzernesamen, hierzulande eher als Alfalfa bekannt. Sieben Tage braucht es, bis die frischen Sprossen geerntet werden können. Mit ihrem nussigen Aroma schmecken sie – bestenfalls zuvor erhitzt – im Salat, Smoothie oder als Suppeneinlage.

Sprossen selbst ziehen

Viele Pflanzensamen eignen sich für die Keimling- und Sprossenanzucht. Dabei haben sie oft Vorlieben hinsichtlich Licht, Temperatur und Co. Ideal für den Einstieg sind Alfalfa oder Mungobohnen: Samen einige Stunden in Wasser einweichen. Gequollene Samen in ein grosses Glas geben und etwa zweimal täglich wässern. Überschüssige Flüssigkeit durch ein Sieb oder feinmaschiges Tuch abgiessen. Glas schräg stellen, sodass die Feuchtigkeit entweichen und die Luft zirkulieren kann. Je nach Sorte können nach zwei bis sieben Tagen die ersten Keimlinge oder Sprossen geerntet werden.
Für die Anzucht von Kresse genügt sogar eine flache Schale mit feuchtem Papier oder Wattepads, welches täglich wohldosiert mit Wasser besprüht wird.

Hygiene ist das A und O

Keimlinge und Sprossen mögen – und das eint sie leider mit vielen Schimmel- und Bakterienkulturen – feuchtwarmes Klima. Daher sollten sie immer im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Für die Eigenanzucht gilt: Gefässe vor und nach der Benutzung immer gründlich reinigen, mit heissem Wasser und Essig beispielsweise. Während des Keimvorgangs ist auf eine ausreichende Belüftung und das Meiden von Staunässe zu achten. 

Hinweis: Immungeschwächte Menschen oder auch Schwangere sollten Keimlinge und Sprossen nicht roh, sondern ausschliesslich erhitzt verzehren.
 

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