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Thema des Monats: Spinat

In vielen Familien gehört er zum Standardrepertoire des Speiseplans. Mit Bratkartoffeln und Spiegelei, Kartoffelstock und Fischstäbchen oder zu Nudeln – meist mögen Gross und Klein den Spinat. Wohlgemerkt: meist! Für manche Kinder schmeckt Spinat jedoch tatsächlich bitter und stumpf. Man könnte es dann natürlich mit der Geschichte von Popeye versuchen, dem Spinat in rauen Mengen verzehrenden Seemann.

Spinat in der Küche

Wie wunderbar – frischer Spinat hat Saison! Doch seine zarten Blätter sind nur sehr kurz haltbar und sollten schnellstmöglich verzehrt werden. So ist es kein Wunder, dass der Hauptanteil des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauches als Tiefkühlware in die Haushalte kommt. Doch ob roh als Salat oder gekocht aus tiefgekühlter Ware – Spinat ist ein sehr vielseitiges Gemüse. Hier ist allerdings kräftiges Würzen unerlässlich. Blanchierter oder gekochter Spinat, der nicht wenigstens mit Salz oder Pfeffer verfeinert wird, ist eine sehr fade Angelegenheit. Auch mit Zwiebel und Knoblauch verträgt er sich gut; Milch und Rahm mildern den für manche etwas bitteren Spinatgeschmack. Für Salate eignen sich die feinen Blätter des Babyspinats besonders gut, denn sie werden sehr jung geerntet. Vinaigrette-Empfehlung: Walnussöl und Himbeeressig.

Die Sache mit dem Nitrat

Spinat reichert Nitrat an. Dieses kann sowohl im Lebensmittel selbst als auch im menschlichen Körper unter bestimmten Voraussetzungen in gesundheitsschädigende Stoffe umgewandelt werden. Für Lebensmittel wie Spinat wird dieser Prozess durch zu langsames Abkühlen bereits gekochter Speisen oder das mehrmalige Aufwärmen begünstigt. Aus diesem Grund gilt: Spinatreste umgehend in den Kühlschrank geben. Für Säuglinge und Kleinkinder ist aufgewärmter Spinat tabu. Und überhaupt: Sollten die Kleinen das Gemüse ablehnen – hier bitte keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Für manche Kinder schmeckt Spinat tatsächlich bitter und stumpf. 

Botanische Verwandte

Als der Spinat aus Zentralasien kam und Einzug in unsere Gemüsebeete hielt – das war etwa im 16. Jahrhundert –, verdrängte er schnell das heimische Blattgemüse. Warum, lässt sich heute nicht mehr genau sagen, doch glücklicherweise erfahren die alten Bauerngartenpflanzen gerade eine Renaissance. Sie sollen auch hier nicht unerwähnt bleiben: Da wären die Gartenmelde, der Gute Heinrich oder der Amaranth zu nennen. Auch Mangold wurde vom Spinat ins Abseits gedrängt. Glücklicherweise erfreuen er und sein kräftig-würziger Geschmack sich mittlerweile wieder grosser Beliebtheit. Zumal die Hauptsaison des Mangolds in den Monaten liegt, in denen Spinat im Garten und in der Landwirtschaft kaum zu finden ist: im Hochsommer.

Eine steile Karriere

Der Erfolg des Spinats ist teils auf originelle Marketingmassnahmen zurückzuführen – und teils auf Irrtümer. So gibt es die Legende, dass ein Komma verrutscht ist, als man den Eisengehalt des Blattgemüses analysiert hat. Der Spinat wurde deshalb kurzzeitig als ein Lieferant extrem hoher Mengen dieses Mineralstoffs dargestellt. In den Vereinigten Staaten von Amerika verhalf man dem Spinat auf anderem Wege zu Popularität: Hier wurde Ende der 1920er-Jahre eine Comicfigur geschaffen, die mittlerweile Kultstatus besitzt: der Spinat aus Dosen schluckende Popeye – ein Seemann, der wahre Muskelpakete zur Schau stellt und seine Kraft aus dem Spinat erhält. Für viele Kinder ein Vorbild und Motivation genug, ein paar Löffel mehr des manchmal auch unbeliebten Gemüses zu schlucken.

Spinat im Garten

Dem Hobbygärtner sei der Spinat sehr empfohlen, da er schnell wächst und recht anspruchslos ist. Nur eines ist zu beachten: Bekommt Spinat zu viel Licht, so fängt er vorzeitig zu blühen an. Eine Kraft, die den grünen Blättern dann fehlt. Deshalb empfiehlt sich ein Anbau in den Monaten März bis Mai oder im Spätsommer und Herbst. Von übermässiger Düngung sollte man Abstand nehmen, bei guter Gartenerde genügt die Gabe von reifem Kompost. 

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